Wo gibt es keinen Handyempfang?
Kurze Antwort: generell in allen höher gelegenen und abgelegenen Regionen. Je weiter weg von Straße, Ort oder Seilbahn – und je mehr Fels zwischen dir und dem nächsten Sendemast – desto unzuverlässiger wird der Mobilfunk. Genau dort ist ein Satellitenkommunikator sinnvoll.
Übersicht: typische Funklöcher in den Ostalpen
Schematische Übersicht entlang des Alpenbogens (West → Ost) – keine Betreiberdaten, sondern Erfahrungs- und Geländewerte. Für den konkreten Ort: RTR-Versorgungskarte „Mobile Netzabdeckung" (Open Data der Netzbetreiber).
Nockberge & Gurktaler Alpen
Sanfte, weitläufige Gipfelrücken, aber viele Almgebiete und Seitentäler ohne verlässlichen Empfang.
Reißeck- & Kreuzeckgruppe
Hochgelegene Seenplateaus und steile Kare – abseits der Seilbahn schnell ohne Netz.
Hohe Tauern (Glockner, Sonnblick, Ankogel)
Gletschergelände, tief eingeschnittene Täler, Schattseiten. Auf Hochtouren streckenweise gar kein Signal.
Karnischer Hauptkamm
Langer Grenzrücken, wechselnde Netze zwischen Österreich und Italien, viele Löcher.
Niedere Tauern (Schladminger, Wölzer, Seetaler)
Lange Übergänge fernab von Straßen, Nordseiten oft ohne Empfang.
Zillertaler, Stubaier & Ötztaler Alpen
Hinterste Talschlüsse und Gletscher – Klassiker für stundenlang kein Netz.
Silvretta & Rätikon
Hochalpine Seen- und Kammtouren nahe der Schweizer Grenze.
Dachstein & Gosaukamm
Gletscherplateau und Klettersteige, empfindliche Empfangslage abseits der Bergstationen.
Karwendel
Große, straßenlose Kernzone – im Inneren oft kein Signal.
Und außerhalb der Alpen: Nordamerika
Der Garmin inReach funktioniert über das Iridium-Netz weltweit – also auch hier. In Nordamerika gibt es weit größere zusammenhängende Flächen ganz ohne Mobilfunk als in Europa. Schematische Übersicht, keine Betreiberdaten. Für konkrete Orte helfen die Abdeckungskarten der jeweiligen Anbieter bzw. Behörden (z. B. FCC National Broadband Map in den USA).
Alaska & Yukon
Riesige straßenlose Wildnis – abseits der wenigen Highways und Orte fast durchgehend ohne Mobilfunk.
Nordkanada (NWT & Nunavut)
Tundra und Barrens, Siedlungen hunderte Kilometer auseinander. Netz nur in den Orten selbst.
Kanadische Rockies & Coast Mountains
Gletscher, tiefe Täler, Blockgelände. Abseits von Straße und Skigebieten schnell kein Signal.
US Rocky Mountains / Wind River Range
Weite Hochplateaus und Wilderness Areas, mehrtägige Zugänge ohne jede Zelle.
Sierra Nevada / High Sierra
Auf Höhenwegen wie dem John Muir Trail streckenweise tagelang kein Empfang.
Colorado Plateau & Canyon-Südwesten
In engen Slot Canyons und tief eingeschnittenen Schluchten kein Signal – auch nahe Straßen.
Boundary Waters & Quetico
Seen- und Wald-Wildnis, motor- und meist netzfrei.
Appalachian Trail – abgelegene Abschnitte
In der 100-Mile-Wilderness und den White Mountains oft kein Netz.
Neufundland & Labrador
Dünn besiedelte Küsten und Hochland, große Funklöcher abseits der Route 1.
John Muir Trail
Sierra Nevada, Kalifornien
Empfang: Über weite Strecken kein Empfang – erst an Ausgängen wie Reds Meadow.
Wind River High Route
Wyoming
Empfang: Durchgehend ohne Netz.
Chilkoot Trail
Alaska / British Columbia
Empfang: Streckenweise kein Empfang, grenzüberschreitend.
Wonderland Trail
Mount Rainier, Washington
Empfang: In den Wäldern und an der Nordseite meist kein Signal.
Nahanni River
Northwest Territories
Empfang: Tagelang komplett netzfern.
Und auf dem Wasser: Küste, Fjorde, offene See
Mobilfunk reicht – je nach Sendemast und Küstenform – meist nur rund 5 bis 30 km auf See hinaus. Hinter Inseln, in Fjorden und Buchten bricht das Signal oft schon in Ufernähe weg. Auf offener See gibt es gar keinen Empfang – Iridium deckt als einziges Netz die kompletten Ozeane ab.
Kroatische Inselwelt & Kornaten
Außerhalb der Marinas und Orte lückig; in den einsamen Buchten und hinter den Inseln meist gar kein Netz.
Norwegische Fjorde & Lofoten
Empfang nur nahe Siedlungen. Steile Fjordwände schirmen ab – schon wenige hundert Meter abseits kein Signal.
Schottische Westküste & Hebriden
Große Funklöcher entlang der Highlands-Küste und zwischen den Inseln.
Schwedische & finnische Schärengärten
Nur punktueller Empfang; im äußeren Schärengarten und Richtung Åland bricht es weg.
Griechische Kykladen & Sporaden
Abseits der Häfen und auf den Überfahrten zwischen den Inseln oft kein Netz.
Island – Küste & Hochland
Außerhalb der Ringstraße kaum Abdeckung, an der Küste schnell nichts.
Offene See – generell
Mobilfunk reicht je nach Sendemast und Küste meist nur rund 5–30 km hinaus. Danach: nichts.
Blauwasser-Törns
Biskaya, Kanaren-Überfahrt, Atlantiküberquerung: wochenlang komplett ohne Mobilfunk.
Kornaten-Törn
Kroatien, Adria
Empfang: In den einsamen Buchten und hinter den Inseln oft kein Empfang.
Lofoten mit dem Seekajak
Norwegen
Empfang: Zwischen den Inseln und in den Fjorden streckenweise kein Signal.
Stockholmer Schärengarten
Schweden, Ostsee
Empfang: Im äußeren Schärengarten nur vereinzelt Netz.
Atlantiküberquerung (ARC-Route)
Kanaren → Karibik
Empfang: Durchgehend kein Mobilfunk – Iridium deckt die gesamte Strecke ab.
Hebridean Way auf dem Wasser
Äußere Hebriden, Schottland
Empfang: Lange netzfreie Abschnitte entlang der Westküste.
Wichtig für Hochsee-Törns: Der inReach ersetzt keine registrierte 406-MHz-Seenotfunkbake (EPIRB/PLB). Er ist die günstige, mietbare Ergänzung – Nachrichten, Wetter, Position teilen und ein SOS mit Textdialog zur Garmin-Notfallzentrale.
Alpen-Tourenvorschläge mit schlechtem oder keinem Empfang
Bekannte Touren durch die oben genannten Alpen-Gebiete. Angaben sind Anhaltspunkte – prüfe Verhältnisse, Wetter und Können vor der Tour.
Großglockner über die Stüdlhütte
Hohe Tauern, Kärnten/Osttirol
Empfang: Ab dem Ködnitzkees streckenweise kein Empfang.
Nockberge-Höhenweg
Nockberge, Kärnten
Empfang: Auf den Rücken teils Empfang, in den Karen und Almgräben oft nicht.
Reißeck-Höhenweg / Seenrunde
Reißeckgruppe, Kärnten
Empfang: Abseits der Reißeckbahn rasch ohne Netz.
Karnischer Höhenweg (Weg 403)
Karnischer Hauptkamm
Empfang: Ständig wechselnde bzw. fehlende Netze am Grenzrücken.
Berliner Höhenweg
Zillertaler Alpen, Tirol
Empfang: Über weite Abschnitte kein Empfang.
Wildspitze über die Breslauer Hütte
Ötztaler Alpen, Tirol
Empfang: Im Gletscherbereich kein verlässliches Signal.
Häufige Fragen
Woran erkenne ich, ob meine Tour im Funkloch liegt?
Faustregel: je höher und je weiter von Straße, Ort oder Seilbahn entfernt, desto unzuverlässiger. Nord- und Schattseiten, tief eingeschnittene Täler, Klammen und die Rückseite eines Grats sind besonders anfällig. Für den konkreten Punkt hilft die offizielle RTR-Versorgungskarte (Open Data der Netzbetreiber).
Reicht es, das Handy im Notfall hochzuhalten?
Nur wenn überhaupt ein Signal in Reichweite ist. Ist gar kein Netz da, geht auch der Euronotruf 112 nicht. Ein Satellitenkommunikator wie der Garmin inReach Mini 2 funktioniert unabhängig vom Mobilfunk über Satellit.
Für welche Touren lohnt sich ein gemieteter inReach?
Für einzelne mehrtägige oder hochalpine Touren in den oben genannten Gebieten – Alpenüberquerung, Hochtour, Weitwanderung, Skitour. Kaufen lohnt sich meist erst, wenn du mehrmals im Jahr in netzfernem Gelände unterwegs bist.
Funktioniert der inReach auch in Nordamerika?
Ja. Der Garmin inReach Mini 2 nutzt das Iridium-Satellitennetz und funktioniert weltweit – auch in Alaska, den Rocky Mountains, der Sierra Nevada oder der kanadischen Wildnis. Gerade dort gibt es riesige Flächen ganz ohne Mobilfunk. Der Versand erfolgt allerdings innerhalb Österreichs und Deutschlands; nimm das Gerät auf die Reise mit.
Funktioniert der inReach auf See?
Ja. Iridium deckt als einziges Satellitennetz die kompletten Ozeane und Polregionen ab – der inReach funktioniert also mitten auf dem Atlantik genauso wie in einer kroatischen Bucht. Mobilfunk reicht dagegen meist nur wenige Seemeilen vor die Küste.
Ersetzt der inReach eine Seenotfunkbake (EPIRB/PLB)?
Nein. Für ernsthafte Hochsee-Törns bleibt eine registrierte 406-MHz-Bake (EPIRB an Bord, PLB am Körper) der Standard – sie funkt direkt zu den Seenot-Leitstellen. Der inReach ist die günstige, mietbare Ergänzung: Zwei-Wege-Nachrichten, Wetter, Position teilen und ein SOS mit Textdialog zur Garmin-Notfallzentrale, die mit den Rettungsdiensten (z. B. MRCC) koordiniert.
Weiterlesen: Wo hört der Handyempfang in den Bergen auf? · inReach vs. Handy im Notfall · inReach für die Alpenüberquerung
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